Erstausstattung für die erste Wohnung: Liste nach Räumen und Prioritäten
Zuletzt geprüft am · Keine Rechtsberatung
Die erste eigene Wohnung ist am Einzugstag vor allem eines: leer. Kein Duschvorhang, keine Lampe an der Decke, kein Löffel. Beim ersten Mal weiß niemand, was wirklich fehlt und was nur im Möbelhaus fehlt. Diese Liste ordnet die Anschaffungen nach Dringlichkeit, nicht nach Katalogseiten, damit du am ersten Abend schlafen, duschen und essen kannst und den Rest in Ruhe entscheidest.
Kurz gesagt
Drei Stufen: erster Abend, zwei Wochen, später
Die wichtigste Frage bei jeder Anschaffung ist nicht „brauche ich das“, sondern „wann brauche ich das“. Fast alles, was in einer Wohnung steht, lässt sich in eine von drei Stufen sortieren. Die erste ist kurz und nicht verhandelbar. Die zweite ergibt sich aus dem Alltag. Die dritte kann Monate warten.
- Erster AbendMatratze oder Bett mit Bettzeug, Handtücher, Toilettenpapier, Duschzeug, Lampe oder Glühbirnen (im Altbau hängen oft keine Deckenlampen), Verlängerungskabel, ein Werkzeug-Grundset mit Schraubendreher, Hammer und Zange, ein Topf, eine Pfanne, Teller und Besteck, Wasserkocher, Müllbeutel, Putzzeug. Das passt in zwei Kisten und trägt dich durch die erste Nacht.
- Erste zwei WochenKleiderschrank oder Kleiderstange, Tisch und Stuhl zum Lernen, Vorhänge oder Rollos, Kühlschrank falls keiner da ist, Duschvorhang, Spiegel, Wäscheständer. Dazu prüfst du die Rauchmelder: Der Einbau ist in den meisten Bundesländern Pflicht des Vermieters, du testest nur die Batterie.
- SpäterSofa, Regale, Deko, Staubsauger, Waschmaschine oder der Waschsalon um die Ecke. Alles, was die Wohnung schöner oder bequemer macht, aber ohne das du wochenlang gut leben kannst. Hier lohnt es sich, auf Gelegenheiten zu warten statt zu kaufen.
Maße nehmen, bevor du kaufst
Miss vor dem ersten Kauf die Türbreite, das Treppenhaus, die Nische fürs Bett und die Wand für den Schrank. Notiere die Zahlen im Handy. Das Sofa, das nicht um die Kurve im Treppenhaus passt, und der Schrank, der drei Zentimeter zu breit für die Nische ist, sind die beiden teuersten Fehler beim ersten Einzug. Beide lassen sich mit einem Zollstock vermeiden.
Die Liste nach Räumen
Dieselben Dinge noch einmal, sortiert nach Raum, damit du beim Packen und Einkaufen nichts vergisst. Die Spalte rechts sagt dir, in welcher Stufe der Posten steht.
| Raum | Erster Abend | Erste zwei Wochen | Später |
|---|---|---|---|
| Küche | Topf, Pfanne, Teller, Besteck, Tasse, Glas, Wasserkocher, Messer, Schneidebrett, Spülmittel, Schwamm, Müllbeutel | Kühlschrank (falls nicht vorhanden), zweiter Topf, Sieb, Schüssel, Dosenöffner, Vorratsdosen, Geschirrtücher | Backblech, Mixer, Kaffeemaschine, mehr Geschirr für Besuch |
| Bad | Handtücher, Toilettenpapier, Duschzeug, Zahnbürste, Klobürste | Duschvorhang mit Stange, Spiegel, Badematte, Ablage oder Haken | Waschmaschine oder Waschsalon, Badezimmerschrank |
| Schlafen | Matratze oder Bett, Bettdecke, Kissen, Bezüge, Lampe | Kleiderschrank oder Kleiderstange, Vorhänge oder Rollo, Nachttisch oder Kiste, Bettgestell falls nur Matratze | Teppich, zweite Garnitur Bettwäsche, Lattenrost mit besserer Qualität |
| Arbeiten | Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdose, Ladegeräte | Tisch und Stuhl, Schreibtischlampe, Router-Platz mit Steckdose | Regal für Bücher und Ordner, Monitor, besserer Stuhl |
| Flur | Schlüsselbund, Haken für Jacken (oder Nagel) | Garderobe, Schuhablage, Fußmatte, Spiegel | Kommode, Sitzgelegenheit zum Schuhe anziehen |
| Putzen und Werkzeug | Putzlappen, Allzweckreiniger, Eimer, Besen oder Handfeger, Schraubendreher, Hammer, Zange | Wäscheständer, Staubsauger oder Besen, Akkuschrauber (leihen), Dübel und Schrauben, Klebeband | Bügeleisen, Bohrmaschine (leihen), Vorräte an Reinigern |
Drei Dinge fehlen auf fast jeder Liste und werden am ersten Abend am meisten vermisst: Glühbirnen in der richtigen Fassung, ein Flaschenöffner und Klopapier. Pack sie in die Kiste, die du zuerst öffnest.
Schau vor dem Einkauf in den Mietvertrag und ins Übergabeprotokoll, was zur Wohnung gehört. Herd, Spüle, Einbauschrank oder Rollos, die im Vertrag stehen, sind Sache des Vermieters, auch bei Reparaturen. Was du selbst anschaffst, nimmst du beim Auszug wieder mit oder bietest es dem Nachmieter an.
Wie du sparst, ohne zu verzichten
Die Erstausstattung ist der Posten, der beim Einzug am zuverlässigsten unterschätzt wird, wie unter Was die erste eigene Wohnung wirklich kostet beschrieben. Die gute Nachricht: Kaum ein Posten lässt sich so leicht drücken, weil Möbel und Küchenzeug gebraucht fast nichts an Nutzen verlieren.
- Gebraucht kaufenKleinanzeigen, Sozialkaufhäuser und Verschenke-Gruppen im Viertel. Zum Semesterende ziehen andere Studierende aus und geben komplette Zimmer für wenig Geld oder umsonst ab. Wer zu dieser Zeit sucht, richtet eine Wohnung mit einem Transporter ein.
- ÜbernehmenFrag den Vormieter bei der Besichtigung, was er dalassen würde. Regale, Lampen, Vorhänge und Rollos sind oft genau auf die Wohnung zugeschnitten und für ihn beim Auszug nur Ballast.
- Grundausstattung im MöbelhausFür Matratze, Bettzeug und Küchenkram ist Neuware aus der günstigen Serie oft der einfachste Weg, besonders bei Dingen, die du nicht gebraucht willst. Kauf die einfachste Variante, nicht die schönste. Was du in einem Jahr noch magst, kannst du dann ersetzen.
- Mieten statt kaufenWaschsalon statt Waschmaschine, Bohrmaschine vom Baumarkt oder den Nachbarn leihen, Transporter stundenweise. Alles, was du selten brauchst, muss nicht in der Wohnung stehen.
- Leihen aus dem UmfeldEltern, Geschwister, Freunde: Fast jeder Haushalt hat ein zweites Set Besteck, überzählige Handtücher oder eine Lampe im Keller. Fragen ist billiger als kaufen.
Plane die Wege: Wer gebraucht kauft, braucht ein Auto oder einen Transporter für die Abholung. Leg die Abholungen auf einen Tag und verbinde sie mit dem Umzug selbst. Wie der Tag aussehen kann, steht in der Umzugscheckliste.
Küche vom Vormieter übernehmen
Der größte Einzelposten ist die Küche, wenn keine zur Wohnung gehört. Oft bietet der Vormieter an, seine Einbauküche gegen eine Ablöse dazulassen. Das kann für beide Seiten das Beste sein: Er spart sich den Ausbau, du eine komplette Küche samt Geräten, die schon passt. Zwei Dinge musst du dabei beachten.
Erstens: Schließ eine schriftliche Ablösevereinbarung, in der steht, was genau du übernimmst (Schränke, Herd, Kühlschrank, Spüle, Dunstabzug), zu welchem Preis und in welchem Zustand. Prüf, ob die Geräte laufen. Und kläre mit dem Vermieter, dass die Küche als deine gilt und beim Auszug wieder abgelöst oder mitgenommen werden darf.
Zweitens: Die Ablöse muss in einem angemessenen Verhältnis zum Wert der Sachen stehen. § 4a WoVermittG erklärt Vereinbarungen für unwirksam, soweit das Entgelt in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert der übernommenen Einrichtung steht. Wer deutlich zu viel gezahlt hat, kann den überschießenden Teil nach gängiger Rechtsprechung zurückfordern. Als grobe Orientierung gilt der Zeitwert: eine zehn Jahre alte Küche ist nicht mehr das wert, was sie neu gekostet hat, egal wie gut sie aussieht.
Wenn die Ablöse Bedingung für die Wohnung ist
Manchmal wird die Ablöse zur Eintrittskarte: Wer die Küche für einen hohen Betrag nimmt, bekommt den Mietvertrag. Genau dafür ist § 4a WoVermittG gemacht. Lass dich nicht unter Zeitdruck setzen, frag nach Alter und Kaufbelegen der Küche und zahl nie bar ohne Quittung. Eine Ablöse, die du dir nicht leisten kannst, ist kein Grund, auf die Wohnung zu verzichten, sondern ein Grund zu verhandeln.
Budget: eine Regel statt einer Zahl
Eine Zahl für die Erstausstattung zu nennen, wäre unehrlich. Der Betrag hängt davon ab, wie viel du gebraucht bekommst, was deine Familie beisteuert und ob eine Küche in der Wohnung ist. Zwischen „fast alles geschenkt“ und „alles neu vom Möbelhaus“ liegt ein Vielfaches.
Was stattdessen funktioniert, ist eine Regel: Kaufe nur, was du im ersten Monat wirklich benutzt. Nicht, was in einer eingerichteten Wohnung üblich ist, nicht, was auf einer Liste steht, auch nicht auf dieser. Nach vier Wochen weißt du, ob du den Esstisch vermisst oder sowieso am Schreibtisch isst, ob du ein Sofa brauchst oder das Bett reicht, und ob der Staubsauger dringender ist als das Regal.
Der zweite Teil der Regel: Leg das Geld, das du am Einzugstag nicht ausgibst, nicht weg, sondern zurück. In den ersten Wochen tauchen Posten auf, mit denen niemand rechnet, vom Abschlag für den Strom bis zur Nachzahlung für den Rundfunkbeitrag. Was danach übrig ist, gehört in die Stufe „später“. Wenn das Inventar steht, lohnt auch der Blick auf die Hausratversicherung, die sich erst dann sinnvoll beurteilen lässt.
Erstausstattung vom Jobcenter
Wer Bürgergeld bezieht, kann für die erste eigene Wohnung eine Erstausstattung beantragen. § 24 Abs. 3 SGB II nennt sie ausdrücklich: Erstausstattung für die Wohnung einschließlich Haushaltsgeräten. Die Leistung wird als Geldbetrag oder als Sachleistung erbracht und deckt das Nötige, nicht das Schöne: Bett, Schrank, Tisch, Stühle, Kühlschrank, Herd, Waschmaschine, Lampen, Geschirr. Der Antrag gehört vor den Einzug, nicht danach, und das Jobcenter muss der Wohnung vorher zugestimmt haben.
Studierende sind davon in der Regel ausgeschlossen. Wer eine Ausbildung macht, die dem Grunde nach BAföG-förderfähig ist, hat keinen Anspruch auf Bürgergeld, unabhängig davon, ob tatsächlich BAföG fließt. In einer echten Notlage gibt es andere Wege: Die Studierendenwerke haben Härtefallfonds und Darlehen, manche Hochschulen und Stiftungen vergeben Beihilfen. Frag bei der Sozialberatung deines Studierendenwerks, die Beratung ist kostenlos.
Dieser Text ist Orientierung und keine Rechtsberatung. Bei Streit über eine Ablöse oder einen abgelehnten Antrag hilft dir ein Mieterverein, eine Fachanwältin für Mietrecht oder die Sozialberatung vor Ort.
Erst der Grundriss, dann die Liste
Welche Möbel du brauchst, entscheidet die Wohnung: ob eine Küche drin ist, ob das Zimmer eine Nische fürs Bett hat, ob der Flur Platz für eine Garderobe lässt. Die Liste oben wird erst konkret, wenn du den Grundriss kennst.
Dein Such-Agent beobachtet Kleinanzeigen, ImmoScout24, Immowelt, immobilien.de und WG-Gesucht und schreibt dir eine E-Mail, sobald ein passendes Inserat online geht. Bis dahin kannst du die Verschenke-Gruppen im neuen Viertel schon einmal abonnieren.
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Wenn das Inventar steht
Sobald Bett, Technik und Küche in der Wohnung stehen, weißt du, was ein Neukauf kosten würde. Dann lässt sich entscheiden, ob eine Hausratversicherung sinnvoll ist.
Hausrat ab dem Einzugstag
Der Schutz muss am Tag der Schlüsselübergabe stehen, nicht danach. Umzugsschäden sind der häufigste Schadensfall überhaupt.
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Häufige Fragen
- Was brauche ich am ersten Tag in der neuen Wohnung?
- Eine Matratze oder ein Bett mit Bettzeug, Handtücher, Toilettenpapier, Duschzeug, eine Lampe oder Glühbirnen, ein Verlängerungskabel, einen Topf, eine Pfanne, Teller und Besteck, einen Wasserkocher, Müllbeutel und Putzzeug. Dazu ein kleines Werkzeugset. Alles andere kann warten.
- Was kostet die Erstausstattung einer Wohnung?
- Das hängt fast vollständig davon ab, wie viel du gebraucht kaufst, geschenkt bekommst oder vom Vormieter übernimmst. Statt einer Zahl hilft eine Regel: Kaufe im ersten Monat nur, was du in diesem Monat wirklich benutzt. Was danach noch fehlt, weißt du dann viel genauer als vor dem Einzug.
- Muss ich Rauchmelder selbst kaufen?
- In der Regel nicht. Der Einbau von Rauchmeldern ist in den meisten Bundesländern Pflicht des Vermieters. Du prüfst beim Einzug nur, ob in Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flur welche hängen und ob die Batterie funktioniert. Fehlen sie, sprich den Vermieter an, statt selbst zu kaufen.
- Bekomme ich als Studentin oder Student Geld für die Erstausstattung?
- Vom Jobcenter in der Regel nicht, weil Studierende, die dem Grunde nach BAföG bekommen könnten, vom Bürgergeld ausgeschlossen sind. Wer Bürgergeld bezieht, kann nach § 24 Abs. 3 SGB II eine Erstausstattung für die Wohnung beantragen. Studierende in einer Notlage fragen beim Studierendenwerk nach Härtefallhilfen oder Darlehen.
Quellen und Gesetzestexte
Dazu passt
- Was die erste eigene Wohnung wirklich kostet
Die Kaltmiete ist der kleinere Teil. Was am Einzugstag fällig wird, was monatlich dazukommt und welche Posten fast alle beim ersten Mal vergessen.
- Die Umzugscheckliste
Acht Wochen vorher bis zum Abend des Einzugstags: was du wann erledigst, welche Fristen wirklich weh tun und was du getrost auf danach verschieben kannst.
- Hausratversicherung: Brauchst du sie als Mieter?
Was sie abdeckt, was nicht, wann sie sich für eine erste Wohnung lohnt und warum die Privathaftpflicht die wichtigere Police ist.