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Hausratversicherung als Mieter: Brauchst du sie wirklich?

Zuletzt geprüft am · Keine Rechtsberatung

Kaum ist der Mietvertrag unterschrieben, kommt die Frage nach Versicherungen. Meist von den Eltern, manchmal vom Vermieter, oft von einem Vergleichsportal, das dich gerade beim Stromtarif erwischt hat. Die Hausratversicherung ist dabei die bekannteste und gleichzeitig die, die du am ehesten weglassen kannst. Hier steht, was sie leistet, wann sie sich rechnet und welchen Vertrag du stattdessen zuerst brauchst.

Kurz gesagt

Nicht unbedingt. Eine Hausratversicherung ersetzt dein Inventar nach Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Einbruch. Ob sie sich lohnt, hängt davon ab, was es kosten würde, alles neu zu kaufen: Bei gebrauchten Möbeln und einem Laptop ist sie oft verzichtbar, bei teurer Technik, Instrumenten oder einem E-Bike eher nicht. Wichtiger ist die Privathaftpflicht. Kläre die zuerst, dann entscheide über den Hausrat.

Was die Hausratversicherung versichert

Die Hausratversicherung schützt alles, was du beim Auszug mitnehmen würdest: Möbel, Kleidung, Elektronik, Bücher, Geschirr, Sportgeräte, je nach Tarif auch das Fahrrad. Nicht das Gebäude, nicht die Einbauküche des Vermieters, nur dein eigenes Inventar. Versichert sind bestimmte Gefahren, und zwar nur diese.

  • FeuerBrand, Blitzschlag, Explosion, dazu die Folgeschäden durch Löschwasser und Rauch. Der seltenste, aber teuerste Fall, weil meist alles auf einmal weg ist.
  • LeitungswasserEin Rohr platzt, die Waschmaschine des Nachbarn über dir läuft aus, und dein Sofa steht im Wasser. Der häufigste Schaden in Mehrfamilienhäusern.
  • Sturm und HagelAb Windstärke acht. Der Sturm reißt das Fenster auf, der Regen kommt herein. Ein offenes Fenster bei Gewitter zählt nicht.
  • Einbruchdiebstahl und VandalismusJemand bricht in deine Wohnung oder deinen abgeschlossenen Keller ein und nimmt Sachen mit oder zerstört sie. Entscheidend ist das Wort Einbruch: Es muss eine Tür oder ein Fenster überwunden worden sein.

Im Schadensfall zahlt die Versicherung den Neuwert, also das, was es heute kostet, die Sache neu zu kaufen. Nicht den Zeitwert des fünf Jahre alten Laptops. Das ist der eigentliche Vorteil gegenüber dem Sparen auf eigene Faust.

Dazu kommen je nach Tarif Bausteine, die du einzeln dazuwählst: Fahrraddiebstahl außerhalb der Wohnung, Elementarschäden, Glasbruch, Überspannung durch Blitz. Für eine erste Wohnung ist der Fahrradbaustein der einzige, der sich häufig lohnt, und auch nur dann, wenn das Rad mehr wert ist als der Jahresbeitrag mehrerer Jahre.

Was sie nicht abdeckt

Genauso wichtig ist die Liste dessen, was nicht versichert ist. Sie erklärt die meisten Enttäuschungen im Schadensfall.

  • Das GebäudeWände, Fenster, Böden, Heizung, Einbauküche des Vermieters: Sache der Wohngebäudeversicherung, die der Vermieter abschließt und über die Nebenkosten umlegt.
  • Einfacher DiebstahlDas Handy aus dem Rucksack in der Mensa, der Laptop aus dem Café, das Rad vor der Bibliothek ohne Fahrradbaustein. Ohne Einbruch kein Schutz.
  • Grobe FahrlässigkeitKerze brennen lassen, Fenster bei Sturm offen, Tür nur zugezogen. Viele Tarife kürzen dann anteilig, gute Tarife verzichten darauf. Die Klausel heißt „Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit“ und ist den Aufpreis oft wert.
  • ElementarschädenHochwasser, Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation, Erdrutsch. Nur mit Zusatzbaustein versichert. Für eine Erdgeschoss- oder Souterrainwohnung nahe einem Fluss lohnt der Blick darauf.
  • Schäden, die du anderen zufügstDer Wasserschaden beim Nachbarn unter dir ist kein Hausratschaden, sondern ein Haftpflichtfall. Dazu unten mehr.

Wann sie sich für dich lohnt

Die Entscheidung ist eine einfache Rechnung: Was würde es kosten, alles in deiner Wohnung neu zu kaufen, wenn morgen ein Rohr platzt oder es brennt? Geh im Kopf einmal durch die Räume und addiere Neupreise, nicht das, was du bezahlt hast.

Für eine erste Wohnung mit gebrauchtem Bett, geerbtem Schrank, ein paar Regalen und einem Laptop kommt dabei oft ein Betrag heraus, den du im Notfall stemmen oder mit Hilfe der Familie überbrücken könntest. Dann ist die Hausratversicherung verzichtbar, und das Geld ist in einer Rücklage für den Einzug besser aufgehoben.

Anders sieht es aus, wenn teure Dinge in der Wohnung stehen: Kamera-Ausrüstung, ein Instrument, ein E-Bike, ein Rechner fürs Studium, den du dir nicht zweimal leisten kannst. Oder wenn du in einer Wohnung lebst, in der Leitungswasserschäden nahe liegen, etwa im Altbau mit alten Rohren oder im Erdgeschoss. Dann ist der Beitrag, für kleine Wohnungen oft ein niedriger zweistelliger Betrag im Jahr, gut angelegt.

Erst Haftpflicht klären, dann Hausrat entscheiden

Wenn du nur einen Vertrag abschließt, dann die Privathaftpflicht. Sie deckt Schäden, die schnell fünf- oder sechsstellig werden und die du niemals aus eigener Tasche zahlen könntest. Der Hausrat deckt Schäden, deren Höhe du kennst und die du dir ausrechnen kannst. Erst der Pflichttermin, dann die Kür.

Versicherungssumme und Unterversicherung

Die Versicherungssumme ist der Höchstbetrag, den die Versicherung im schlimmsten Fall zahlt. Es gibt zwei Wege, sie festzulegen: Du schätzt dein Inventar per Liste, oder du nimmst eine Pauschale pro Quadratmeter Wohnfläche, die der Versicherer vorgibt.

Die Pauschale ist für eine erste Wohnung fast immer der bessere Weg, und zwar wegen eines Begriffs, den du kennen solltest: Unterversicherung. Ist deine Summe niedriger als der tatsächliche Wert deines Hausrats, darf die Versicherung jeden Schaden anteilig kürzen, auch kleine. Hast du nur die Hälfte versichert, bekommst du auch für den kaputten Laptop nur die Hälfte. Bei der Pauschale pro Quadratmeter verzichten die Versicherer üblicherweise auf diesen Einwand. Achte darauf, dass der Unterversicherungsverzicht im Vertrag steht.

Die Wohnfläche musst du dafür korrekt angeben. Nimm die Zahl aus dem Mietvertrag, nicht die aus dem Inserat, und melde eine Änderung, wenn du umziehst. Der Umzug selbst ist übrigens meist mitversichert: Für eine Übergangszeit gilt der Schutz in der alten und der neuen Wohnung. Was du beim Umzug sonst noch anmelden musst, steht in der Umzugscheckliste.

WG, Studierende und die Eltern

Die Hausratversicherung gilt pro Haushalt, nicht pro Person. In einer Paarwohnung reicht deshalb ein Vertrag. In einer WG wird es unübersichtlich: Manche Versicherer behandeln die WG als einen Haushalt, viele erwarten, dass jede Person ihr eigenes Zimmer versichert. Wer welchen Schaden im Gemeinschaftsraum geltend macht, ist dann eine Frage der Bedingungen. Frag den Anbieter vor dem Abschluss ausdrücklich, wie er WGs behandelt, und lass dir die Antwort schriftlich geben.

Für Studierende gibt es eine Abkürzung: Viele Tarife der Eltern versichern Kinder in der Erstausbildung bis zu einer Altersgrenze mit, solange der Erstwohnsitz bei den Eltern bleibt. Das Zimmer am Studienort läuft dann als Außenversicherung, meist mit einer begrenzten Summe. Das ist oft völlig ausreichend, hat aber zwei Haken: Meldest du dich am Studienort mit Hauptwohnsitz an, fällt der Schutz häufig weg. Und ob dein Zimmer überhaupt darunter fällt, steht nur in den Bedingungen der Eltern.

Prüfen statt annehmen

„Das läuft über meine Eltern“ ist die häufigste falsche Annahme bei Versicherungen junger Menschen. Ruf beim Versicherer der Eltern an und frag drei Dinge: Bin ich mitversichert, bis wann, und gilt das auch für meine Wohnung am Studienort? Notiere Datum und Namen der Auskunft. Fünf Minuten, die im Schadensfall über mehrere tausend Euro entscheiden.

Der wichtigere Vertrag: Privathaftpflicht

Die Privathaftpflicht zahlt Schäden, die du anderen zufügst. Du lässt die Badewanne überlaufen, und die Decke des Nachbarn kommt herunter. Du fährst mit dem Rad jemanden an. Du kippst dem Freund den Kaffee über den Laptop. Für solche Schäden haftest du nach dem Gesetz unbegrenzt, mit allem, was du hast und in Zukunft verdienst. Die Haftpflicht übernimmt das, und sie wehrt unberechtigte Forderungen ab.

Für Mieterinnen und Mieter ist ein Baustein besonders wichtig: Mietsachschäden. Er deckt Schäden an der gemieteten Wohnung selbst, etwa den Brandfleck im Parkett oder das zerbrochene Waschbecken. Viele Vermieter fragen bei der Bewerbung nach einer Haftpflicht, und es ist kein Zufall, dass sie nach der und nicht nach dem Hausrat fragen.

Auch hier gilt: Studierende sind häufig bis zum Ende der Erstausbildung über die Haftpflicht der Eltern mitversichert, unabhängig vom Wohnort. Nach dem Bachelor mit anschließendem Master wird es tarifabhängig, spätestens mit dem ersten festen Job brauchst du einen eigenen Vertrag.

Hausratversicherung und Privathaftpflicht im Vergleich
HausratversicherungPrivathaftpflicht
Versichert wasDein eigenes Inventar gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruch, VandalismusSchäden, die du anderen Personen oder deren Sachen zufügst, inklusive Mietsachschäden an der Wohnung
Wer braucht sieWer Inventar besitzt, dessen Neukauf ihn finanziell überfordern würdeJeder, der nicht mehr über die Eltern versichert ist. Ohne Ausnahme.
Typischer SchadenRohrbruch im Stockwerk darüber, Sofa und Laptop hinüberEigene Waschmaschine läuft aus, Wasser dringt in die Wohnung darunter
SchadenshöheBegrenzt auf den Wert deines Hausrats, den du kennstNach oben offen, Personenschäden können sechs- bis siebenstellig werden
Fragt der Vermieter danachSeltenHäufig, besonders nach dem Baustein Mietsachschäden

Wenn dein Inventar steht und du weißt, was drin ist, kannst du in Ruhe entscheiden. Was in eine erste Wohnung überhaupt hineingehört, steht unter Erstausstattung für die erste Wohnung.

Erst die Wohnung, dann die Police

Beide Versicherungen kannst du innerhalb eines Tages abschließen, sobald du eine Adresse hast. Die Adresse ist der Teil, der in gefragten Städten Wochen dauert und oft daran hängt, wer ein Inserat zuerst sieht.

Dein Such-Agent beobachtet Kleinanzeigen, ImmoScout24, Immowelt, immobilien.de und WG-Gesucht und schreibt dir eine E-Mail, sobald ein passendes Inserat online geht. Die Versicherungsfrage klärst du dann mit einer konkreten Wohnfläche im Kopf statt mit einer Vermutung.

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Wenn du dich für den Hausrat entscheidest

Für kleine Wohnungen liegen die Beiträge nah beieinander, die Bedingungen nicht. Achte auf Unterversicherungsverzicht und grobe Fahrlässigkeit.

Wir bekommen eine Provision, wenn du über diese Links abschließt. Für dich ändert das den Preis nicht, und welche Anbieter hier stehen, hängt nicht davon ab, wer am meisten zahlt.

Häufige Fragen

Ist eine Hausratversicherung für Mieter Pflicht?
Nein. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, und ein Vermieter darf sie nicht zur Bedingung machen. Sie ist eine freiwillige Absicherung für dein eigenes Inventar. Anders als die Privathaftpflicht schützt sie nicht andere, sondern nur dich.
Bin ich als Studentin oder Student über meine Eltern hausratversichert?
Häufig ja, solange du in der Erstausbildung bist, eine Altersgrenze des Tarifs nicht überschritten hast und dein Erstwohnsitz bei den Eltern bleibt. Dann gilt dein Zimmer am Studienort oft als Außenversicherung mit begrenzter Summe. Die Bedingungen unterscheiden sich stark, deshalb prüfen statt annehmen: Ein Anruf beim Versicherer der Eltern reicht.
Was kostet eine Hausratversicherung für eine kleine Wohnung?
Für kleine Wohnungen oft ein niedriger zweistelliger Betrag im Jahr, abhängig von Wohnort, Wohnfläche, Versicherungssumme und Zusatzbausteinen wie Fahrraddiebstahl oder Elementarschäden. Vergleich lohnt sich, weil die Preise für ähnliche Leistungen weit auseinanderliegen.
Zahlt die Hausratversicherung, wenn mein Fahrrad vor der Uni gestohlen wird?
Nur mit dem Zusatzbaustein Fahrraddiebstahl. Ohne ihn sind Fahrräder meist nur bei Einbruch in die Wohnung oder einen abgeschlossenen Keller versichert. Einfacher Diebstahl außerhalb der Wohnung ist im Grundschutz nicht enthalten. Bei teuren Rädern oder E-Bikes lohnt der Blick auf die Klausel zur Nachtzeit und zum Abschließen.

Quellen und Gesetzestexte

Dazu passt

  • Was die erste eigene Wohnung wirklich kostet

    Die Kaltmiete ist der kleinere Teil. Was am Einzugstag fällig wird, was monatlich dazukommt und welche Posten fast alle beim ersten Mal vergessen.

  • Die Umzugscheckliste

    Acht Wochen vorher bis zum Abend des Einzugstags: was du wann erledigst, welche Fristen wirklich weh tun und was du getrost auf danach verschieben kannst.

  • Erstausstattung für die erste Wohnung

    Was du am ersten Abend brauchst, was in den ersten Wochen dazukommt und was du gebraucht kaufen oder erst mal weglassen kannst. Mit Liste nach Räumen.