Wohnungsradar
Ratgeber 

Mietspiegel

Zuletzt geprüft am · Keine Rechtsberatung

Was Mietspiegel bedeutet, wo der Begriff im Gesetz steht und was für dich als Mieterin oder Mieter daraus folgt.

Definition

Der Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete, die eine Gemeinde allein oder gemeinsam mit Mieter- und Vermieterverbänden erstellt (§ 558c BGB). Ein qualifizierter Mietspiegel nach § 558d BGB ist nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt, wird alle zwei Jahre angepasst und gilt vor Gericht als Vermutung für die Vergleichsmiete.

§ 558c BGB beschreibt den einfachen Mietspiegel, § 558d BGB den qualifizierten. Der qualifizierte muss nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und von der Gemeinde oder den Interessenverbänden beider Seiten anerkannt sein. Er wird alle zwei Jahre an die Preisentwicklung angepasst und alle vier Jahre neu erstellt. Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern müssen seit 2023 einen Mietspiegel führen (§ 558c Abs. 4 BGB). Der Mietspiegel ordnet Wohnungen nach Baujahr, Größe, Ausstattung und Lage in Felder ein und nennt je Feld eine Spanne mit einem Mittelwert.

Für dich ist der Mietspiegel das wichtigste Werkzeug bei zwei Fragen: Ist die Miete im Inserat fair, und ist die Mieterhöhung berechtigt? Der Vermieter muss die Erhöhung nach § 558a BGB begründen, meist mit dem Mietspiegel; liegt ein qualifizierter vor, muss er dessen Werte sogar nennen, wenn er sich auf andere Belege stützt. Für die Mietpreisbremse brauchst du den Wert des Mietspiegels plus zehn Prozent als Grenze. Die Einordnung in das richtige Feld lohnt Sorgfalt, denn Ausstattungsmerkmale wie Balkon oder Bad verschieben den Wert.

Nicht jede Gemeinde hat einen Mietspiegel, und nicht jeder ist qualifiziert. Fehlt einer, darf der Vermieter drei Vergleichswohnungen oder ein Gutachten anführen; die Nachbargemeinde mit Mietspiegel kann als Ersatz dienen. Achte auf das Datum: Ein Mietspiegel, der älter als zwei Jahre ist und nicht angepasst wurde, verliert seine Qualifizierung. Den aktuellen Mietspiegel findest du auf der Website deiner Stadt oder Gemeinde, oft mit einem Online-Rechner.

Der Begriff ist geklärt, die Wohnung noch nicht

Dein Such-Agent beobachtet Kleinanzeigen, ImmoScout24, Immowelt, immobilien.de und WG-Gesucht und schreibt dir, sobald ein passendes Inserat online geht. Sag ihm in einem Satz, was du suchst.

Such-Agent erstellen

Quellen und Gesetzestexte

Wo der Begriff Folgen hat

  • Mieterhöhung prüfen

    Nicht jede Erhöhung ist wirksam. Die drei Grenzen, die das Gesetz setzt, was Staffel- und Indexmiete anders macht und wie viel Zeit du für deine Antwort hast.

  • So bewerten wir, ob eine Miete fair ist

    Dein Such-Agent ordnet jeden Treffer als günstig, marktüblich oder teuer ein. Woher die Vergleichszahl kommt, warum es ein Median aus Inseraten ist und kein Mietspiegel, und wo die Grenzen der Einordnung liegen.

  • Modernisierungsmieterhöhung

    Neue Fenster, gedämmte Fassade, Aufzug: Der Vermieter darf einen Teil der Kosten auf die Miete umlegen, aber nicht alles und nicht unbegrenzt. Was umlagefähig ist, wo die Kappung liegt und wann du widersprechen kannst.

  • Wie viel Miete kann ich mir leisten?

    Die Faustregeln der Vermieter, die Rechnung aus deiner Sicht und ein Rechner, der beides zusammenbringt, bevor du dich auf Wohnungen bewirbst, die du nicht bekommst.

Siehe auch