Phase 2 von 5
Auf eine Wohnung bewerben
Auf ein gutes Inserat kommen Dutzende Anfragen. Die Wohnung bekommt, wer vollständig und schnell ist.
Vermieter und Hausverwaltungen entscheiden nach Aktenlage: Wer als Erstes eine vollständige Mappe schickt, bekommt den Besichtigungstermin. Diese Phase erklärt, was in die Mappe gehört, welche Fragen der Vermieter stellen darf, wie du die Schufa-Auskunft kostenlos bekommst und was du tust, wenn dein Einkommen aus BAföG, Ausbildungsvergütung oder einer Bürgschaft besteht.
Dazu die Besichtigung selbst, das WG-Casting, die Frage, was du bei Diskriminierung tun kannst, und die Warnzeichen für Betrug, damit du nie Geld für eine Wohnung überweist, die du nicht gesehen hast.
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Die komplette Bewerbermappe
Welche Unterlagen Vermieter erwarten, in welcher Reihenfolge sie in die Mappe gehören und wie du daraus ein PDF machst, das du in zwei Minuten verschicken kannst.
Das Bewerbungsanschreiben
Auf ein Inserat kommen in gefragten Lagen Dutzende Anfragen. Wie ein Anschreiben aussieht, das gelesen wird, und wie dein Such-Agent dir den ersten Entwurf abnimmt.
Schufa-Auskunft kostenlos beantragen
Die kostenlose Datenkopie, die Bonitätsauskunft für Vermieter und der Unterschied zwischen beiden. Was Vermieter sehen dürfen und wie du falsche Einträge loswirst.
Bürgschaft und Bonität ohne festes Einkommen
Kein Gehaltsnachweis, kurze Schufa-Historie, BAföG statt Arbeitsvertrag: die häufigste Absage-Ursache bei jungen Suchenden, und was du stattdessen vorlegen kannst.
Wohnung ohne Schufa oder mit negativem Eintrag
Ein Eintrag ist kein Ausschluss. Welche Wege realistisch sind, welche Angebote du meiden solltest und wie du einen Vermieter trotzdem überzeugst.
Selbstauskunft: Was Vermieter fragen dürfen
Einkommen ja, Schwangerschaft nein. Welche Fragen zulässig sind, bei welchen du schweigen oder sogar falsch antworten darfst und wie du das Formular trotzdem überzeugend ausfüllst.
Die Besichtigungs-Checkliste
Von der Vorbereitung über den Termin vor Ort bis zum Nachfassen: was du mitbringst, worauf du achtest und wie du danach im Gespräch bleibst.
Mietbetrug erkennen
Die günstige Wohnung, die es nicht gibt. Wie die gängigen Maschen ablaufen, woran du sie früh erkennst und welche Regel dich zuverlässig schützt.
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Viele Vermieter wollen sie sehen, kein Gesetz zwingt deinen Vorvermieter, sie auszustellen. Was drinsteht, wie du sie bekommst und was du vorlegst, wenn du zum ersten Mal mietest.
WG-Casting bestehen
Zwanzig Leute an einem Abend, fünf Minuten pro Person, und danach entscheidet die WG. Wie du dich vorbereitest, was die Bewohner wirklich wissen wollen und wie du nach dem Casting dranbleibst.
Energieausweis lesen und Heizkosten schätzen
Der Energieausweis liegt bei jeder Besichtigung aus, und fast niemand liest ihn. Was die Kennzahl über deine Nebenkosten sagt, welche Ausweisart mehr taugt und wie du die Heizkosten vor der Zusage überschlägst.
Diskriminierung bei der Wohnungssuche
Kein Rückruf mit ausländischem Namen, Absage wegen des Kindes, Fragen nach der Religion: was das Gleichbehandlungsgesetz verbietet, wie du Beweise sicherst und wer dir hilft.
Worauf Hausverwaltungen bei Bewerbungen achten
Hinter jedem Inserat sitzt jemand, der in Minuten sortiert. Was in dieser Sortierung zählt, was sofort aussortiert wird und wie du deine Bewerbung so baust, dass sie den ersten Blick übersteht.
Rechner, Werkzeuge und Vorlagen für diese Phase
Werkzeug
Besichtigungs-Checkliste zum AbhakenVor dem Termin, vor Ort, danach: alle Punkte zum Abhaken auf dem Handy, bleiben gespeichert, zum Drucken und Zurücksetzen. Nichts wird gesendet.
Werkzeug
Anschreiben-GeneratorWer du bist, was du suchst, warum diese Wohnung: aus wenigen Angaben entsteht ein kurzes, vollständiges Anschreiben zum Kopieren. Die Fassung je Inserat schreibt dein Such-Agent.
Vorlage
MieterselbstauskunftDas Formular, das fast jeder Vermieter sehen will: alle üblichen Felder, sortiert nach zulässigen und freiwilligen Angaben, mit Hinweis, welche Fragen du nicht beantworten musst.
Vorlage
MietschuldenfreiheitsbescheinigungDer kurze Text, den dein bisheriger Vermieter unterschreibt: Mietverhältnis, Zeitraum, keine offenen Forderungen. Zum Vorlegen, wenn er selbst kein Formular hat.
Begriffe, die du kennen solltest
- Kaution
- Die Kaution ist eine Sicherheit, die der Mieter dem Vermieter für Ansprüche aus dem Mietverhältnis stellt. Nach § 551 BGB darf sie höchstens drei Nettokaltmieten betragen, in drei gleichen Monatsraten gezahlt werden und muss getrennt vom Vermögen des Vermieters verzinslich angelegt werden.
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
- Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist eine Erklärung des bisherigen Vermieters, dass der Mieter seine Miete vollständig gezahlt hat und keine Rückstände offen sind. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht; als Ersatz dienen Kontoauszüge oder eine Quittung nach § 368 BGB.
- Nebenkosten
- Nebenkosten sind im Sprachgebrauch alle Kosten, die neben der Kaltmiete für die Wohnung anfallen. Auf den Mieter umlegen darf der Vermieter davon nur die Betriebskosten, die § 556 BGB und die Betriebskostenverordnung nennen, etwa Heizung, Wasser, Müllabfuhr, Hausmeister und Grundsteuer; Verwaltung und Reparaturen bleiben beim Vermieter.
- Provision
- Die Provision ist das Honorar eines Wohnungsvermittlers für den Abschluss eines Mietvertrags. Nach § 3 Abs. 2 des Wohnungsvermittlungsgesetzes darf sie höchstens zwei Monatskaltmieten plus Umsatzsteuer betragen und ist nur fällig, wenn der Vertrag durch die Vermittlung zustande kommt; wer sie zahlt, regelt das Bestellerprinzip.
- Schufa
- Die Schufa ist eine private Auskunftei, die Daten über Kredite, Konten, Verträge und Zahlungsstörungen sammelt und daraus einen Score berechnet. Vermieter verlangen bei der Bewerbung meist eine Schufa-Bonitätsauskunft; jede Person kann von der Schufa kostenlos eine Datenkopie ihrer gespeicherten Daten nach Art. 15 DSGVO verlangen.
- Selbstauskunft
- Die Selbstauskunft ist ein Fragebogen des Vermieters, in dem der Bewerber vor Vertragsschluss Angaben zu Person, Einkommen, Beruf und Haushalt macht. Sie ist freiwillig, aber ohne sie hat eine Bewerbung selten Erfolg; unzulässige Fragen, etwa nach Schwangerschaft, Religion oder Herkunft, darf der Bewerber nach der Rechtsprechung falsch beantworten.
- Übergabeprotokoll
- Das Übergabeprotokoll ist ein Dokument, in dem Mieter und Vermieter bei Einzug und Auszug gemeinsam den Zustand der Wohnung, die Zählerstände und die übergebenen Schlüssel festhalten. Das Gesetz schreibt es nicht vor, aber es ist der wichtigste Beweis dafür, wer welchen Schaden zu verantworten hat und was von der Kaution abgezogen werden darf.
- Untermiete
- Untermiete ist die Weitervermietung einer Wohnung oder eines Teils davon durch den Mieter an eine dritte Person. Für einen Teil der Wohnung hat der Mieter nach § 553 BGB einen Anspruch auf Erlaubnis, wenn er ein berechtigtes Interesse hat; ohne Erlaubnis riskiert er die Kündigung.
- Warmmiete
- Die Warmmiete ist die Kaltmiete plus die monatliche Vorauszahlung für Betriebskosten einschließlich Heizung und Warmwasser (§ 556 BGB). Sie ist der Betrag, der jeden Monat tatsächlich überwiesen wird, aber keine Endsumme: Die Vorauszahlung wird einmal im Jahr abgerechnet.
Lesen hilft, Schnelligkeit entscheidet
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