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Wohnung als Azubi bezahlen: was reicht, was hilft, was du zeigst

Zuletzt geprüft am · Keine Rechtsberatung

Der Ausbildungsvertrag ist unterschrieben, der Betrieb liegt zwei Stunden vom Elternhaus entfernt, und jetzt brauchst du eine Wohnung mit einem Einkommen, das viele Vermieter nicht ernst nehmen. Die Ausbildungsvergütung ist der Anfang, nicht das ganze Budget: Es gibt eine Beihilfe genau für deinen Fall, Wohnheime, die für Azubis gebaut wurden, und eine Bürgschaft, die dem Vermieter die Sorge nimmt. Hier steht, was dir zusteht, wie du es beantragst, was am Monatsende bleibt und was du in die Bewerbungsmappe legst, wenn der Gehaltszettel fehlt. Beträge, die jedes Jahr angepasst werden, nennen wir als Größenordnung mit Stand.

Kurz gesagt

Die Ausbildungsvergütung allein reicht selten für eine eigene Wohnung. Was sie ergänzt: die Berufsausbildungsbeihilfe, wenn du nicht bei den Eltern wohnen kannst (§ 56 ff. SGB III), ein Platz im Azubi-Wohnheim oder Jugendwohnen, eine WG, und für den Vermieter eine Elternbürgschaft neben dem Ausbildungsvertrag. Wohngeld gibt es nur, wenn dir die Beihilfe dem Grunde nach nicht zusteht (§ 20 WoGG).

Wie viel du in der Ausbildung verdienst

Deine Vergütung steht im Ausbildungsvertrag, und sie muss angemessen sein (§ 17 Abs. 1 BBiG). Seit 2020 gibt es dafür eine Untergrenze, die Mindestausbildungsvergütung. Sie wird jedes Jahr angepasst und liegt im ersten Ausbildungsjahr bei gut 700 € brutto im Monat (Stand 2026, die aktuelle Zahl veröffentlicht das Bundesinstitut für Berufsbildung). In den Folgejahren steigt sie: plus 18 % im zweiten, plus 35 % im dritten und plus 40 % im vierten Jahr, jeweils auf den Betrag des ersten Jahres (§ 17 Abs. 2 BBiG). Gilt für deinen Betrieb ein Tarifvertrag, zählt der, und viele Tarife liegen deutlich darüber. Ein Betrieb ohne Tarifbindung darf die tarifübliche Vergütung um höchstens 20 % unterschreiten, nie aber die Mindestvergütung (§ 17 Abs. 3 und 4 BBiG).

Vom Brutto gehen Sozialversicherungsbeiträge ab, rund ein Fünftel. Lohnsteuer fällt bei üblichen Vergütungen nicht an, weil das Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag bleibt. Aus 800 € brutto werden so etwa 640 € netto, aus 1.100 € etwa 880 €. Diese Nettozahl ist die, mit der du rechnest, und sie ist die, die der Vermieter sieht. Wie viel Miete davon tragbar ist, zeigt dir der Rechner zur Mietbelastung; trag dort später auch die Beihilfe ein, nicht nur die Vergütung.

Wann dir Berufsausbildungsbeihilfe zusteht

Die Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, ist das BAföG der Azubis. Sie kommt von der Agentur für Arbeit und ist für genau die Lage gedacht, in der du steckst: Die Ausbildung findet weit weg vom Elternhaus statt, die Vergütung reicht nicht für Miete und Leben. Anspruch hast du bei einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, nicht bei einer rein schulischen Ausbildung (§ 56 SGB III; schulische Ausbildungen laufen über das BAföG).

Die entscheidende Voraussetzung steht in § 60 SGB III: Du wohnst außerhalb des Haushalts deiner Eltern, und die Ausbildungsstätte ist von deren Wohnung aus nicht in angemessener Zeit zu erreichen. Als angemessen gelten nach der Praxis der Agentur etwa zwei Stunden für Hin- und Rückweg zusammen. Bist du 18 oder älter, verheiratet oder hast ein Kind, entfällt die Erreichbarkeitsbedingung: Dann reicht, dass du nicht bei den Eltern wohnst. Die Beihilfe musst du nicht zurückzahlen.

  • BedarfEin Pauschbetrag für Lebensunterhalt und Unterkunft, der sich an den Sätzen des BAföG orientiert (§ 61 SGB III). Dazu Fahrkosten (§ 63 SGB III) und Kosten für Arbeitskleidung, wenn sie anfallen.
  • EinkommenDeine Vergütung wird angerechnet, dazu das Einkommen deiner Eltern über Freibeträgen (§ 67 SGB III). Verdienen die Eltern wenig, bleibt viel Beihilfe; verdienen sie gut, bleibt wenig oder nichts.
  • HöheZwischen null und einigen hundert Euro im Monat. Den Betrag für deinen Fall zeigt der BAB-Rechner der Bundesagentur für Arbeit; die Bedarfssätze werden mit dem BAföG angehoben.
  • AntragBei der Agentur für Arbeit, online oder vor Ort, mit Ausbildungsvertrag, Mietvertrag und Einkommensnachweisen der Eltern. Rückwirkend gibt es die Beihilfe nur ab dem Monat der Antragstellung, deshalb früh stellen.

Der Bescheid ist ein Einkommensnachweis

Der BAB-Bescheid ist ein staatlicher Bescheid über eine monatliche Zahlung mit Laufzeit. Für den Vermieter ist er so gut wie ein zweiter Gehaltszettel, und du legst ihn neben den Ausbildungsvertrag in die Mappe. Wenn der Bescheid noch aussteht, schreibst du in die Bewerbung, dass die Beihilfe beantragt ist und welchen Betrag der Rechner der Agentur ergibt.

Wann Wohngeld statt Beihilfe in Frage kommt

Wohngeld und Berufsausbildungsbeihilfe schließen sich aus, und zwar über das kleine Wort „dem Grunde nach“: Wer einen Anspruch auf Beihilfe hat, ist vom Wohngeld ausgeschlossen, auch wenn wegen des Einkommens der Eltern nichts ausgezahlt wird (§ 20 Abs. 2 WoGG). Das trifft die meisten Azubis in einer ersten betrieblichen Ausbildung. Ein abgelehnter BAB-Antrag wegen zu hohen Elterneinkommens öffnet die Tür zum Wohngeld also nicht.

Anders liegt der Fall, wenn der Anspruch dem Grunde nach fehlt: bei einer zweiten Ausbildung, die nicht mehr förderfähig ist, bei bestimmten schulischen Ausbildungen ohne BAföG-Anspruch, oder wenn in deinem Haushalt eine weitere Person lebt, die nicht ausgeschlossen ist, etwa eine Partnerin mit Job. Dann prüft die Wohngeldstelle den Antrag ganz normal. Die Ausnahmen im Detail und der Ablauf des Antrags stehen unter Wohngeld für Studierende und Azubis, die Grundlagen im Lexikon unter Wohngeld.

Wohnheim, Jugendwohnen, WG oder eigene Wohnung

Die günstigste Wohnung ist die, die für Azubis gebaut wurde. Viele Städte, Kammern, große Betriebe und freie Träger führen Azubi-Wohnheime mit Einzelzimmern oder kleinen Apartments, oft möbliert, oft mit Miete unter dem, was ein WG-Zimmer auf dem freien Markt kostet. Das Jugendwohnen nach § 13 Abs. 3 SGB VIII ist die sozialpädagogisch begleitete Variante davon: Unterkunft für junge Menschen während einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung, mit Ansprechpersonen im Haus. Träger sind unter anderem die Kolpinghäuser und andere kirchliche und freie Einrichtungen; das Jugendamt deiner Ausbildungsstadt kennt die Plätze.

Wohnformen für Auszubildende im Vergleich nach Kosten, Bewerbungsaufwand und Nachteilen
WohnformKostenSo kommst du reinWas dagegen spricht
Azubi-WohnheimOft unter dem Preis eines WG-Zimmers, meist Warmmiete inklusive Strom und Internet.Bewerbung beim Träger, oft über Betrieb oder Kammer. Wartelisten, früh anfragen.Kleine Zimmer, Hausregeln, häufig Befristung auf die Ausbildungsdauer.
Jugendwohnen (§ 13 Abs. 3 SGB VIII)Wie Wohnheim, teils mit Verpflegung. Kostenbeteiligung nach Einkommen möglich.Über Jugendamt, Träger oder Berufsberatung. Auch für Blockunterricht und Praktika.Betreuung ist Teil des Konzepts; wer allein wohnen will, passt nicht hinein.
WG-ZimmerAnteilige Miete und Nebenkosten, Kaution meist geringer.Über WG-Gesucht und Kleinanzeigen, Casting statt Bonitätsprüfung.Mitbewohner entscheiden nach Sympathie, Zimmer oft befristet oder als Zwischenmiete.
Eigene WohnungVolle Kaltmiete, Nebenkosten, Strom, Internet, Kaution bis drei Kaltmieten.Klassische Bewerbung mit Mappe, Einkommensnachweis und meist Bürgschaft.Teuerste Variante, härteste Auswahl, Erstausstattung kommt obendrauf.

Die WG ist für viele der beste Mittelweg: Die Mitbewohner prüfen keine Dreifach-Regel, sondern ob du zu ihnen passt, und die Kaution ist überschaubar. Was beim Casting zählt und wie du dich auf ein WG-Zimmer bewirbst, steht unter WG-Casting. Wer in der WG Hauptmieter oder Untermieter wird, sollte vorher den Unterschied kennen; der steht unter WG-Mietvertrag: Hauptmieter oder Untermieter.

Was am Ende des Monats bleibt: ein Rechenbeispiel

Ein Beispiel mit erfundenen, aber realistischen Zahlen. Alle Werte sind Annahmen und keine Auskunft über deinen Fall: Vergütung im zweiten Ausbildungsjahr 1.000 € brutto, daraus rund 800 € netto. Eltern mit mittlerem Einkommen, sodass die Agentur eine Berufsausbildungsbeihilfe von angenommen 250 € bewilligt. Kindergeld von rund 255 bis 260 € (Stand 2026), das die Eltern weiterleiten.

Rechenbeispiel für das Monatsbudget eines Auszubildenden mit Annahmen zu Vergütung, Beihilfe, Kindergeld und Wohnkosten
PostenAnnahmeWohnheimWG-ZimmerEigene Wohnung
Vergütung netto1.000 € brutto, 2. Jahr800 €800 €800 €
BerufsausbildungsbeihilfeAnnahme laut Bescheid250 €250 €250 €
Kindergeld weitergeleitetStand 2026, gerundet255 €255 €255 €
Einnahmen gesamt1.305 €1.305 €1.305 €
WarmmieteAnnahme je Wohnform300 €450 €650 €
Strom und Internetim Wohnheim enthalten0 €40 €70 €
Bleibt für alles andereEssen, Fahrt, Handy, Versicherung1.005 €815 €585 €
Anteil Wohnen an EinnahmenWarmmiete plus Strom und Internet23 %38 %55 %

Die Tabelle zeigt, warum Vermieter bei einer eigenen Wohnung zögern: Ohne Beihilfe und Kindergeld läge die Belastung bei 800 € netto und 720 € Wohnkosten bei 90 %. Mit beidem sinkt sie auf gut die Hälfte, und das ist immer noch mehr als die 30 bis 40 %, die als tragbar gelten. Im Wohnheim oder in der WG bleibt Luft. Ändere die Annahmen für deinen Fall im Rechner zur Mietbelastung und nimm die Beihilfe und das Kindergeld als Einnahmen mit hinein.

Was das Beispiel nicht enthält

Fahrtkosten zur Berufsschule, Berufskleidung, die Kaution beim Einzug und die Erstausstattung einer leeren Wohnung. Rechne für den Start mit einer Kaution von bis zu drei Kaltmieten, die du in drei Raten zahlen darfst (§ 551 BGB), und bei einer unmöblierten Wohnung mit mehreren hundert Euro für Bett, Kühlschrank und Waschmaschine.

Was du dem Vermieter statt eines Gehaltszettels zeigst

Eine Hausverwaltung will wissen, ob die Miete jeden Monat sicher kommt. Ein Azubi kann das oft besser belegen als ein Berufsanfänger in der Probezeit, weil der Ausbildungsvertrag drei Jahre läuft und nach der Probezeit nur aus wichtigem Grund kündbar ist (§ 22 BBiG). Genau das ist dein Argument, und die Mappe muss es tragen.

  1. 1

    Ausbildungsvertrag

    Die Vertragsniederschrift nach § 11 BBiG mit Beginn, Dauer, Vergütung je Ausbildungsjahr und Probezeit. Das ist dein Einkommensnachweis und zugleich der Beleg, dass das Einkommen jedes Jahr steigt.

  2. 2

    Vergütungsnachweis

    Sobald vorhanden, die letzten Abrechnungen. Vor Ausbildungsbeginn ersatzweise eine kurze Bestätigung des Betriebs über Vergütung und Beginn.

  3. 3

    BAB-Bescheid

    Der Bewilligungsbescheid der Agentur für Arbeit mit Betrag und Laufzeit. Beantragt, aber noch nicht bewilligt: die Antragsbestätigung und der Betrag aus dem BAB-Rechner.

  4. 4

    Selbstauskunft und Schufa

    Selbstauskunft mit allen regelmäßigen Einnahmen inklusive Beihilfe und weitergeleitetem Kindergeld. Schufa-Auskunft kostenlos als Datenkopie oder als Bonitätsauskunft, bei den meisten Azubis ohne Einträge.

  5. 5

    Bürgschaft

    Die schriftliche Bürgschaftserklärung eines Elternteils mit dessen Einkommensnachweis. Sie ist bei Azubis fast immer die Unterlage, die über die Zusage entscheidet.

  6. 6

    Anschreiben

    Drei Sätze zur Ausbildung, zum Betrieb und zur Frage, warum diese Wohnung. Ein Azubi in einem festen Betrieb in der Nähe ist ein Mieter, der bleibt; sag das.

Ein Punkt, den Verwaltungen gern nachfragen, ist die Probezeit. Sie dauert in der Ausbildung mindestens einen und höchstens vier Monate (§ 20 BBiG), und in dieser Zeit können beide Seiten jederzeit ohne Frist kündigen (§ 22 Abs. 1 BBiG). Für den Vermieter heißt das: In den ersten Monaten ist dein Einkommen weniger sicher als danach. Wenn du es dir aussuchen kannst, bewirbst du dich mit einem Ausbildungsvertrag, dessen Probezeit vorbei ist, oder du schreibst in einem Satz, wann sie endet. Bewirbst du dich vor Ausbildungsbeginn, trägt die Bürgschaft diese Monate.

Was in welcher Reihenfolge in die Mappe gehört und wie du daraus ein PDF machst, steht unter Die komplette Bewerbermappe. Welche Fragen die Selbstauskunft stellen darf, unter Selbstauskunft: was Vermieter fragen dürfen.

Wie eine Elternbürgschaft die Lücke schließt

Mit einer Bürgschaft verspricht ein Elternteil dem Vermieter, für deine Miete einzustehen, wenn du nicht zahlst (§ 765 BGB). Sie muss schriftlich abgegeben werden, eine E-Mail reicht nicht (§ 766 BGB). Für den Vermieter ersetzt sie die Bonität, die dein Einkommen noch nicht hergibt; für deine Eltern ist sie ein echtes Risiko, weil sie bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft sofort zahlen müssen, ohne dass der Vermieter erst dich verklagen muss (§ 773 BGB).

Die Höhe ist begrenzt: Verlangt der Vermieter die Bürgschaft, darf sie zusammen mit der Kaution nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht mehr als drei Kaltmieten sichern (§ 551 Abs. 1 und 4 BGB). Nur eine Bürgschaft, die deine Eltern von sich aus und ohne Verlangen des Vermieters anbieten, kann darüber hinausgehen. Achte darauf, dass die Erklärung die Wohnung, den Höchstbetrag und die Laufzeit nennt, damit niemand über Jahre für eine unbekannte Summe haftet. Was die Bürgschaft für die Bürgin im Einzelnen bedeutet und wie eine sichere Formulierung aussieht, steht unter Bürgschaft und Bonität; die Sicht der Eltern auf dieselbe Frage steht unter Wohnung fürs Kind zum Studium. Und wer mit Kind statt mit Ausbildung sucht, findet ähnliche Bausteine unter Wohnungssuche als Alleinerziehende.

Bürgschaft und Beihilfe passen zusammen

Eine Bürgschaft ist kein Einkommen und wird bei der Berufsausbildungsbeihilfe nicht angerechnet. Das Einkommen der Eltern zählt dort ohnehin, ob sie bürgen oder nicht. Du kannst also beides nutzen: die Beihilfe für dein Budget, die Bürgschaft für die Zusage.

Das passende Inserat, bevor die Konkurrenz es sieht

Ein WG-Zimmer oder eine kleine Wohnung im Budget eines Azubis ist nach wenigen Stunden vergeben. Dein Such-Agent beobachtet Kleinanzeigen, ImmoScout24, Immowelt, immobilien.de und WG-Gesucht und schreibt dir eine E-Mail, sobald ein Inserat online geht, das zu deinem Budget passt.

Zu jedem Treffer bekommst du einen Entwurf für das Anschreiben, der zu diesem Inserat passt. Du ergänzt Betrieb und Ausbildungsjahr, hängst Ausbildungsvertrag, Bescheid und Bürgschaft an und antwortest als eine der ersten.

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Häufige Fragen

Bekomme ich als Azubi Berufsausbildungsbeihilfe, wenn ich ausziehe?
Wenn du eine betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung machst, nicht bei deinen Eltern wohnst und die Ausbildungsstätte von deren Wohnung aus nicht in angemessener Zeit erreichbar ist, ja (§ 56 und § 60 SGB III). Bist du über 18, verheiratet oder hast ein Kind, entfällt die Bedingung mit der Erreichbarkeit. Die Höhe hängt von deiner Vergütung, deiner Miete und dem Einkommen deiner Eltern ab. Antrag bei der Agentur für Arbeit, am besten vor Ausbildungsbeginn.
Kann ich als Azubi Wohngeld beantragen?
Meist nicht. Wer dem Grunde nach Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe hat, ist vom Wohngeld ausgeschlossen, auch wenn wegen des Einkommens nichts ausgezahlt wird (§ 20 Abs. 2 WoGG). Wohngeld kommt in Frage, wenn dieser Anspruch dem Grunde nach fehlt, etwa bei einer zweiten Ausbildung, oder wenn eine weitere Person im Haushalt nicht ausgeschlossen ist.
Wie hoch ist die Mindestausbildungsvergütung?
Die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG wird jedes Jahr angepasst und liegt im ersten Ausbildungsjahr bei gut 700 € brutto im Monat (Stand 2026). Im zweiten Jahr kommen 18 % dazu, im dritten 35 % und im vierten 40 %, jeweils bezogen auf den Betrag des ersten Jahres. Tarifverträge dürfen abweichen, viele Branchen zahlen deutlich mehr.
Was zeige ich dem Vermieter, wenn ich noch keine Gehaltsabrechnung habe?
Den unterschriebenen Ausbildungsvertrag mit Vergütung und Laufzeit, den Bescheid über Berufsausbildungsbeihilfe, falls vorhanden, die Schufa-Auskunft und eine Selbstauskunft. Reicht das Einkommen für die Faustregel des Vermieters nicht, ergänzt du eine schriftliche Bürgschaft eines Elternteils mit dessen Einkommensnachweis.
Bekommen meine Eltern weiter Kindergeld, wenn ich ausziehe?
Ja. Kindergeld läuft während der ersten Berufsausbildung bis zum 25. Geburtstag weiter, unabhängig davon, wo du wohnst (§ 32 Abs. 4 EStG). Deine Eltern bleiben dir gegenüber unterhaltspflichtig, solange die Vergütung nicht reicht (§ 1610 BGB), und das Kindergeld ist dafür gedacht. Sprich mit ihnen, ob sie es an dich weiterleiten.
Wie finde ich einen Platz im Azubi-Wohnheim?
Über den Ausbildungsbetrieb, die Kammer, das Jugendwohnen der Kolpinghäuser und anderer freier Träger sowie über die Jugendämter, die Plätze nach § 13 Abs. 3 SGB VIII kennen. Große Betriebe und manche Kommunen führen eigene Wohnheime. Frag früh, viele Häuser vergeben Plätze für den Ausbildungsbeginn schon im Frühjahr.

Quellen und Gesetzestexte

Rechner, Werkzeuge und Vorlagen dazu

  • Rechner

    Mietbelastungsrechner

    Wie viel Miete du dir leisten kannst: die 30-Prozent-Regel aus deiner Sicht und die Dreifach-Regel aus Sicht des Vermieters, live gegeneinander gerechnet.

Begriffe aus dem Mietlexikon

Dazu passt

  • Wohngeld für Studierende und Azubis

    Wer BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe bekommen könnte, hat meist keinen Anspruch, wer beides nicht bekommt, oft schon. Die Regel, die Ausnahmen und wie der Antrag läuft.

  • Wie viel Miete kann ich mir leisten?

    Die Faustregeln der Vermieter, die Rechnung aus deiner Sicht und ein Rechner, der beides zusammenbringt, bevor du dich auf Wohnungen bewirbst, die du nicht bekommst.

  • Bürgschaft und Bonität ohne festes Einkommen

    Kein Gehaltsnachweis, kurze Schufa-Historie, BAföG statt Arbeitsvertrag: die häufigste Absage-Ursache bei jungen Suchenden, und was du stattdessen vorlegen kannst.